1: Vielseitig und praxisnah: Die Arbeit einer ZAFA
ZAFAs sind die Schnittstelle zwischen medizinischer Expertise und organisatorischem Know-how und tragen entscheidend dazu bei, dass Vorsorgeuntersuchungen, Impfaktionen und Präventionsmaßnahmen effizient umgesetzt werden.
Die ZAFA übernimmt eine breite Palette an Tätigkeiten:
- Medizinische Assistenz: Vorbereitung und Durchführung von Sehtests, Hörtests, Lungenfunktionsprüfungen, Blutentnahmen sowie Assistenz bei Impfungen und EKGs.
- Organisation & Verwaltung: Terminplanung, Verwaltung von Gesundheitsakten, Vorbereitung betriebsärztlicher Sprechstunden.
- Beratung und Prävention: Mitarbeitende zu Ergonomie, Gesundheitsschutz, Suchtprävention und Unfallverhütung informieren.
- Erste Hilfe und Arbeitsschutz: Organisation der Notfallversorgung und Unterstützung bei akuten Zwischenfällen.
- Gefährdungsbeurteilungen: Teilnahme an Arbeitsplatzbegehungen und Mitwirkung bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen.
Die Zusatzqualifikation zur zertifizierten Arbeitsmedizinischen Assistenz ist in arbeitsmedizinischen Aufgabenbereichen von großer Bedeutung, da sie weit über die Kenntnisse einer Medizinischen Fachangestellten hinausgeht. Sie vermittelt spezifisches Wissen zu Arbeitsschutz, Organisation betriebsärztlicher Dienste und der Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen, wodurch eine qualitativ hochwertige und gesetzeskonforme Betreuung sichergestellt wird. Zudem befähigt sie zur aktiven Mitwirkung bei Gefährdungsbeurteilungen sowie zur Umsetzung von Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen im Betrieb. Durch diese erweiterten Kompetenzen wird die Assistenzkraft zu einem unverzichtbaren Bindeglied zwischen Betriebsarzt, Unternehmen und Mitarbeitende.
2. Pflicht oder Empfehlung? Die rechtliche Einordnung
Die Bestellung einer zertifizierten Arbeitsmedizinischen Fachassistenz ist in Deutschland nicht gesetzlich verpflichtend für Unternehmen. Was jedoch gesetzlich vorgeschrieben ist, ist die Bestellung eines Betriebsarztes – und zwar bereits ab dem ersten Beschäftigten. Diese Pflicht ergibt sich aus dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) sowie der DGUV Vorschrift 2.
Die ZAFA übernimmt eine unterstützende Funktion, die von Betriebsärztinnen und Betriebsärzten delegiert werden kann. Sie darf bestimmte Aufgaben übernehmen, wie z. B. die Durchführung einfacher diagnostischer Maßnahmen (z. B. Sehtests, Blutdruckmessung), jedoch immer unter ärztlicher Aufsicht und Verantwortung. Die rechtlichen Grundlagen für diese Delegation sind in der sogenannten Arbeitsmedizinischen Empfehlung (AME) „Delegation“ geregelt.
Unternehmen sind also nicht verpflichtet, eine Zertifizierte Fachassistenz zu beschäftigen. In der Praxis ist es jedoch sehr sinnvoll, insbesondere in größeren Betrieben oder bei arbeitsmedizinischen Diensten, da sie die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt entlastet und die arbeitsmedizinische Betreuung effizienter gestaltet.
3. Wie läuft die Qualifizierung zur ZAFA ab? Ein Überblick
Die Ausbildung zur ZAFA erfolgt in Form einer strukturierten Weiterbildung, die sich inhaltlich am Curriculum der Bundesärztekammer orientiert. Sie richtet sich an medizinisch vorgebildetes Personal – etwa Medizinische Fachangestellte, Arzthelfer:innen oder Pflegekräfte – und vermittelt vertiefte Kenntnisse und praktische Fähigkeiten im Bereich der arbeitsmedizinischen Betreuung.
Ablauf und Inhalte:
Dauer: 140 Unterrichtsstunden, verteilt auf 10 Module
Form: Berufsbegleitend, flexibel in wenigen Monaten oder bis zu fünf Jahren
Themen:
- Grundlagen der Arbeitsmedizin und des Arbeitsschutzes
- Organisation betriebsärztlicher Dienste
- Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen (z. B. Sehtests, Lungenfunktion, EKG)
- Hygiene, Desinfektion und Umgang mit medizinischen Geräten
- Kommunikation und Motivation von Mitarbeitenden und Führungskräften
- Datenschutz und Dokumentation
- Managementsysteme
- Gefährdungsbeurteilung
- Prävention und Gesundheitsförderung im Betrieb
Am Ende steht eine schriftliche Prüfung. Nach erfolgreichem Bestehen erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat, das die Qualifikation offiziell bestätigt und von der Ärztekammer Nordrhein anerkannt ist.
Langjähriger und erfahrener Anbieter der ZAFA - Ausbildung ist die concada.
Erfahren Sie hier mehr zu der Ausbildung, die von der Ärztekammer Nordrhein anerkannt wurde.

4. Regelmäßige Fortbildungen als Schlüssel zur Qualitätssicherung
Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur regelmäßigen Fortbildung als Zertifizierte Arbeitsmedizinische Fachassistenz, aber sie ist dringend zu empfehlen. Neue gesetzliche Vorgaben, medizinische Verfahren und Präventionskonzepte erfordern aktuelles Wissen.
Empfehlung: Alle zwei bis drei Jahre ein Update absolvieren. Die concada GmbH bietet beispielsweise ein eintägiges Online-Seminar „Update Arbeitsmedizin für MFA und ZAFA“ an – ideal für alle, die ihre Kenntnisse auffrischen und vertiefen möchten.
5. Berufsaussichten und Karrierechancen
Zertifizierte Arbeitsmedizinische Fachassistenzen haben vielfältige Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und können in unterschiedlichen Arbeitsfeldern tätig werden. Die Berufsaussichten sind insgesamt sehr gut, da der Bedarf an qualifiziertem Personal im Bereich der betrieblichen Gesundheitsvorsorge und Prävention stetig wächst.
ZAFAs können arbeiten in:
- Betriebsärztlichen Diensten großer Unternehmen
- Überbetrieblichen arbeitsmedizinischen Zentren
- Werksärztlichen Abteilungen
Weiterentwicklungsmöglichkeiten:
- Spezialisierungen in Ergonomieberatung, Impfmanagement, Reisemedizin oder psychischer Gesundheit
- Leitende Positionen in arbeitsmedizinischen Diensten
- Tätigkeit als Fachdozent:in oder im Qualitätsmanagement
Insgesamt bietet diese Qualifizierung nicht nur eine hohe Arbeitsplatzsicherheit, sondern auch vielfältige Entwicklungsperspektiven – sowohl fachlich als auch organisatorisch.
6. Fazit
Die Zertifizierte Arbeitsmedizinische Fachassistenz ist mehr als eine Assistenzfunktion. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Arbeitsmedizin und trägt dazu bei, die Gesundheit der Beschäftigten nachhaltig zu sichern. Wer sich für diese Qualifikation entscheidet, investiert in eine zukunftssichere Karriere mit großem gesellschaftlichem Nutzen.
